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Während der Elternzeit als Redaktorin bin ich mit meinem Mann, meiner Tochter (ich nenne sie hier nach ihrem "Wunschnamen" Elisa, geb. Mai 2010) und meinem Sohn ("Brudi", so wurde er von seiner Schwester vor seiner Geburt genannt, geb. Juni 2014) von der Hansestadt an den Zürisee gezogen. Mittlerweile gehöre ich wieder zu den Working Moms und pendel mit den Kindern in den Ferien zwischen der Schweiz und Hamburg. Ich geniesse den Sommer in der Badi genauso wie am Nordseestrand, staune über die verschiedenen Kindergarten- und Kitamodelle und über meine Tochter, die schon nach kurzer Zeit perfekt Schweizerdeutsch spricht.

Freitag, 22. Januar 2016

Wie bereite ich mein Kind aufs Auswandern vor? Die wichtigsten Tipps vor dem Umzug



Ein Umzug wird für ein Kind problematischer, je älter es ist. Nun ist es sicherlich schwieriger von Deutschland in die Schweiz zu ziehen als von Hamburg nach Berlin. Aber immer noch leichter als eine Auswanderung ins fremdsprachige Ausland. Denn das Kind wird hier ja von allen verstanden, auch wenn es das Schweizerdeutsch zu Beginn kaum verstehen wird. Elisas Kindergarten-Lehrerin sprach übrigens netterweise zu Beginn hochdeutsch mit ihr. An den ersten Tagen sogar mit der ganzen Gruppe. 

Mit Schoggi und einer Party die Vorfreude steigern

Als wir unserer vierjährigen Tochter erstmals sagten, dass wir in die Schweiz ziehen würden, ist sie ausgerastet. Niemals ohne ihre beste Freundin! Und nicht ohne die Omi. Oh je. Das könnte ja noch was werden. Wir versuchten deshalb, ihr die besonders positiven Seiten des neuen Landes schmackhaft zu machen. Dazu griff ich tief in die Tüte der Stereotypen, die jedoch für eine Vierjährige leicht verständlich sind: Ich kaufte die gute Schweizer Schoggi im Supermarkt und sagte ihr, dass sie diese dort öfter essen könnte. Glänzende Augen! Ich bestellte ferner ein Schweiz-Wimmelbuch und wir sprachen über die Berge, Kühe und Skifahrer, die wir auf den Bildern sahen. Das gefiel ihr ebenfalls gut. 

Und natürlich durfte auch Heidi nicht fehlen. Wahrscheinlich die Figur schlechthin, an die deutsche Vorschülerinnen denken, wenn es um die Schweiz geht.  Mit Begeisterung hörte sie die CD und schmetterte das Heidi-Lied durchs Kinderzimmer. Als wir ein Wochenende im November zur Wohnungsbesichtigung nach Zürich flogen, durfte sie sich noch ein tolles Andenken aussuchen.
Aber dennoch war sie natürlich weiterhin traurig, bald Abschied nehmen zu müssen von ihren Freundinnen. Wir versprachen ihr aber, dass wir uns ganz oft gegenseitig besuchen würden. Ihre liebsten Kita-Freundinnen und deren Eltern luden wir schliesslich noch zu einer kleinen Schweizer Abschiedsparty ein. Allein die Vorfreude darauf liess Elisa den bevorstehenden Abschiedsschmerz etwas vergessen. Die Einladungen gestaltete sie selbst, indem sie Heidi-Bilder ausmalte. Als Spiele für die Kinder dachte ich mir folgende aus (Achtung: Hier greife ich wieder tief in die Kiste mit den Stereotypen):
-      -    Käse-Wettrollen (man nimmt dazu einen dieser kleinen runden Käse aus dem Supermarkt in roter Hülle. Dann stossen jeweils zwei Kinder ihren Käse an und rollen so um die Wette. Wer weiter kommt, ist der Sieger. Das war der Hit!).
-     -     Schneeball-Wettpusten (das berühmte Puste-Spiel mit den Wattebällchen)
-   -       Ski-Wettlauf (zwei Playmobil-Männchen auf Skiern mit jeweils einem langen Band um den Bauch treten gegeneinander an, indem sie von den Kindern gezogen werden. Natürlich können häufige Stürze nicht vermieden werden!).
Zu essen gab es Zitronenkuchen, der mit roter Speisefarbe bestrichen wurde. Darauf setzte ich ein weisses Marzipankreuz als Schweizer Flagge. Dazu gab es Kekse und Schokolade mit Schweizer Motiven, Schweizer Käse und natürlich Schweizer Kräuterlimo zu trinken. 

Elisa war begeistert. Es war wirklich ein schönes Fest und sie bekam von jedem ein nettes persönliches Andenken. Ihre Kitagruppe schenkte ihr ausserdem ein tolles Blumenbild mit den Daumenabdrücken der Kinder, einen Hefter mit gemalten Bildern und lieben Wünschen sowie eine ganz tolle DVD mit Videoclips von jedem Kind. Ich war wirklich gerührt, wie lieb alle waren und welche Mühe sie sich gemacht hatten. Natürlich wollten wir auch in der Kita Abschied feiern. Doch leider wurde unsere Gruppe genau in den Tagen vor unserem Umzug von einem fiesen Virus erfasst, so dass täglich nur drei, vier Kinder anwesend waren. Wir mussten die Feier also auf unseren nächsten Hamburg-Besuch vertagen. 

Verreisen mit Kindergartenkindern – nur noch in den Schulferien!

Und auf noch eine andere Sache freute sie sich und war mega stolz. Da es in unserer Hamburger Kita eine Vorschulgruppe gibt (in diesem Bundesland kann man sich ja entscheiden, ob die Kinder in der Schule in die Vorschulklasse gehen oder in der Kita bleiben) und die Kinder hierbei am ersten Tag eine kleine Schultüte bekommen, darf dies bei Elisa natürlich nicht fehlen. Und da die zwei Kindergarten-Jahre in Zürich bereits zur Schule zählen – so dürfen wir nun auch nur noch in den Schulferien verreisen - bereitete ich ihr eine kleine Schultüte für ihren ersten Kindergarten-Tag vor. Sie war natürlich sehr stolz, dass sie schon vor ihren deutschen Freundinnen in die Vorschule kam. Übrigens bekommen in der Schweiz selbst bei der richtigen Einschulung die wenigsten Erstklässler eine Schultüte. Diese Tradition wird jedoch langsam durch die vielen Deutschen im Land bekannter und bei den Kindern natürlich immer beliebter. Ich bin als totale Niete im Basteln und Nähen übrigens ganz erleichtert, dass meine Tochter in der Schweiz eingeschult wird und ich somit keine Basteleien auf mich nehmen muss. Ich werde ganz easy eine Schultüte kaufen – und keiner wird die Nase rümpfen...
Als wir schliesslich in den Schweizer Skiferien in Zürich ankamen, genossen wir die Zeit um die Umgebung zu erkunden und Ausflüge zu machen. Und als nach zwei Wochen der Kindergarten  endlich begann, lud ich nach und nach ihre neuen Klassenkameradinnen zu uns zum „Zmittag“ und Spielen ein. Mit der Zeit baute sie sich so einen netten Kreis an Freundinnen auf.

Noch mal die wichtigsten Auswander-Tipps für Eltern:

-          Kinder im Vorschulalter einige Monate vor der Abreise informieren
-          Thematisch mit Büchern, Bildern und Filmen auf das neue Land vorbereiten
-          Wörter der neuen Sprache beibringen. Unsere Tochter war ganz begeistert vom „grüezi“
-          Möglichst vorab dem neuen Ort einen Besuch abstatten
-          Eine kleine Abschiedsfeier veranstalten
-          Schon von Deutschland aus Kontakt mit der neuen Lehrperson oder der Kita-Leitung aufnehmen

Weitere wichtige Tipps für eine Auswanderung in die Schweiz sowie eine praktische Checkliste habe ich hier gefunden: http://www.auswandern-schweiz.org/







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